SDS Trier löst sich auf

Der SDS Trier ist vorerst Geschichte. Weil wir gemerkt haben, dass die politische Bildungsarbeit sich als unsere Haupttätigkeit herauskristallisiert, haben wir beschlossen, zukünftig als Rosa-Luxemburg-Club zu fungieren.

Das soll nicht bedeuten, dass wir uns aus der praktischen politischen Arbeit zukünftig heraushalten möchten. Viele von uns sind über andere Kontexte wie beispielsweise „Trier für Alle“, den „Infoladen“ und auch als Einzelpersonen direkt politisch aktiv. Viel eher ist diese Neuausrichtung einerseits als Folge der sowieso schon vorhandenen Fokussierung auf politische Bildung, andererseits auch als Konsequenz aus einem Unbehagen zu verstehen, das im SDS aufgrund bestimmter politischer Positionen und Aktivitäten anderer SDS-Gruppen in Deutschland häufig artikuliert und diskutiert wurde. Davon möchten wir uns quasi „lösen“.

Nun also: Rosa-Luxemburg-Club. Dieser Rosa-Luxemburg-Club möchte als offener Raum verstanden werden, der es sich zur Aufgabe macht, politische und theoretische Bildung und Diskussion zu organisieren und Kommunikation und Kultur zu fördern. Dazu gehören die kritische Analyse des modernen Kapitalismus und seiner Herrschaftsformen ebenso wie das Aufzeigen politischer Alternativen im Sinne des demokratischen Sozialismus und Internationalismus, des Feminismus, des Antifaschismus und Antirassismus. Derartige Clubs, deren Namen wir hauptsächlich wegen des Wiedererkennungswertes übernehmen, ohne mit der Bezeichnung „Club“ Vorstellungsinhalte wie „elitär“ oder „geschlossen“ transportieren zu wollen, existieren in Deutschland je nach Bundesland mehr oder weniger zahlreich. Sie stehen meist in einem relativ engen Verhältnis zu den jeweiligen Landesstiftungen der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Wir haben jedoch weder vor, als verlängerter Arm der Stiftung zu agieren, noch in einem irgendwie abhängigen Verhältnis zur Stiftung (und erst recht nicht zur Partei) zu stehen.

Für das kommende Sommersemester planen wir wieder einige Veranstaltungen, wie sie auch schon in diesem Semester vom SDS organisiert wurden. Dabei möchten wir uns nicht auf die Uni beschränken, sondern vor allem auch Menschen ansprechen, die bislang wenig Zugang zu kritischer politischer Bildung hatten. Wir hoffen, damit eine Politisierung anstoßen zu können, durch die Politik nicht auf Parteien, Verbände und Organisationen reduziert wird. Stattdessen wollen wir zeigen, dass das Private stets politisch ist. Wir freuen uns über jede/jeden anderen, die/der Lust hat, sich uns anzuschließen und selbst aktiv zu werden.

Alles Weitere findet ihr demnächst auf unserer neuen Homepage https://rosasalon.de sowie per Facebook unter folgender Adresse: https://www.facebook.com/rosaluxemburgclubtrier/ :)

Film- und Funabend: Hannah Arendt

Wir möchten alle Interessierten hiermit offiziell dazu einladen, zu unserem Film- und Funabend (keine Ahnung, wer sich diesen Namen ausgedacht hat) am kommenden Mittwoch (24. Juni 2015) um 18 Uhr (c.t.) in Hörsaal 10 (Gebäude E) zu kommen. Wir werden das Interview des wohl bekannten Journalisten Günter Gaus mit der Philosophin Hannah Arendt zeigen. Juniorprofessor Dr. Christian Volk (Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Trier), dessen Initiative die Veranstaltung zu verdanken ist, hat sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, die Veranstaltung mit zu gestalten. Es wird also vor dem Filmstart eine kurze Kontextualisierung des Lebens und Werks von Hannah Arendt geben. Anschließend wird sicherlich noch Raum für Fragen und Diskussionen sein. Wir freuen uns sehr auf Euer zahlreiches Erscheinen!

P.S.: Vielleicht gibt es auch Bier. Und ganz vielleicht auch was zu essen.

Vortrag: Fußball und Kapitalismus

Am Montag, den 8. Juni 2015, wird der Berliner Soziologe, freie Journalist und Fußballfan Jan Tölva einen Vortrag mit dem Titel „Fußball und Kapitalismus“ an der Universität Trier halten. Die vom Referat für politische Bildung sowie dem SDS Trier organisierte Veranstaltung wird um 18 Uhr (c.t.) in Raum A 9/10 stattfinden.

Der Vortrag wird sich der Frage widmen, inwiefern der moderne Fußball einerseits und die kapitalistische Organisation moderner Gesellschaften andererseits in Zusammenhang zu verstehen sind. Wie kommt es, dass der moderne Fußball, der sich im England des 19. Jahrhundert in seiner heutigen Form herausbildete, zunächst ein vom zeitgleich entstehenden Bürgertum vorangetriebener „Aktivensport“ war, und später häufig als Arbeitersport stilisiert werden konnte? Inwiefern gingen allgemeine wirtschaftliche Krisen mit „Krisen“ des Fußballs einher? Welche Parallelen lassen sich zwischen Professionalisierung, Globalisierung und Kommerzialisierung ziehen? Greifen Kritiken an sogenannten „Retorten-Clubs“ wie RB Leipzig, der TSG Hoffenheim oder auch dem VFL Wolfsburg nicht zu kurz, weil sie missachten, dass im System Profifußball mehr oder weniger alle Agierenden nach kapitalistischen Logiken funktionieren? Was könnte man unter „postmodernem Fußball“ verstehen? Und warum ist es wichtig, den kommerzialisierten Profifußball weiterhin als sozialen Raum zu betrachten, der dadurch gleichzeitig auch schon immer politisches Feld ist?

Diesen und weiteren Fragen wird unser Referent Jan Tölva während der Vortrags nachgehen. Im Anschluss – oder vielleicht auch schon währenddessen – wird dann mit Sicherheit noch Raum für Fragen, Kommentare und Diskussionen sein. Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen!

Demonstration: Für höhere Anerkennung und bessere Bezahlung von Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst!

Wir rufen hiermit gemeinsam mit ver.di und der GEW dazu auf, sich am Donnerstag, den 21. Mai 2015, ab 10 Uhr an der Porta Nigra einzufinden und von dort aus gemeinsam via Hauptmarkt und Kornmarkt zur Konstantin Basilika zu ziehen, um für deutlich höhere Anerkennung und bessere Bezahlung für die zurzeit streikenden Erziehenden in Trier, Rheinland-Pfalz und ganz Deutschland zu demonstrieren! Nachdem die Tarifverhandlungen in bislang fünf Runden zu keiner Annäherung der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in Richtung der Gewerkschaften führten, haben deutschlandweit ca. 150.000 Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes (SuE) seit einigen Tagen ihre Arbeit niedergelegt.

Die beruflichen Anforderungen für pädagogische Fachkräfte sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Ausgehend von der Vorstellung, in spielerischer Art und Weise auf die Schule vorzubereiten, werden Kindergärten zunehmend als Feld der Vorbereitung auf den Kampf um die „besten Chancen“ in der Konkurrenzgesellschaft wahrgenommen. Das Spektrum der erwarteten Kompetenzen reicht mittlerweile von der Integration und Inklusion benachteiligter Kindern bis zum schulisch anmutenden Englischunterricht in Kitas. Konkret äußert sich die Umstrukturierung vorschulischer Erziehungseinrichtungen in Anforderungen wie Fremdsprachenunterricht, musikalischer Früherziehung, frühkindlicher Bildung oder auch Individualförderung unter Einbeziehung der Eltern sowie vermehrter Organisations- und Verwaltungsarbeit. Ähnliche Logiken lassen sich auch in verwandten Sozial- und Erziehungsdiensten wie Ganztagsschulen, offener Jugendarbeit oder der Jugendgerichtshilfe beobachten. Mit diesen Entwicklungen gingen schließlich deutlich gestiegene Erwartungen und Anforderungen an die bisherigen und an nachrückende pädagogische Fachkräfte einher, die vonseiten der Arbeitgebenden jedoch in keiner Art und Weise anerkannt und (finanziell) gewürdigt worden sind. Dieser Widerspruch zwischen gestiegenen Ansprüchen an ErzieherInnen und der geforderten, sogenannten „Bildungsoffensive“ erklärt den Arbeitskampf, der zurzeit ausgetragen wird.

Dass die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) vom Streik sogar teilweise finanziell profitiert, weil Eltern weiterhin für ihre Kinder bezahlen, während die Angestellten während des Streiks nicht bezahlt werden, schmälert weder die Notwendigkeit der Arbeitsniederlegung noch die Solidarität mit den Streikenden. Stattdessen hat sich beispielsweise auch der „Landeselternausschuss der Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz“ bereits im vergangenen April mit einem offenen Brief an die Arbeitgeberverbände gewandt, in dem man sich klar mit den Streikenden solidarisiert, die alleinige Verantwortung für die „Eskalation“ den Arbeitgeberverbänden zuschreibt und diese auffordert, endlich deutlich verbesserte Angebote vorzulegen, um der sogenannten „Gratifikationskrise“ entgegenzutreten.

Natürlich greift es zu kurz, bloß die VKA für die Unterbezahlung und fehlende Anerkennung der pädagogischen Fachkräfte verantwortlich machen zu wollen. Stattdessen wären verschiedene Diskurse notwendig zu führen: Erstens eine Debatte über die finanzielle Unterstützung der Kommunen durch Bundesländer und Bund, die auch die Frage nach einer anderen Steuerpolitik aufwirft. Zweitens die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer sogenannten „Bildungsoffensive“ samt aller damit einhergehender Haupt- und Nebenfolgen. Drittens die Frage danach, was öffentliche Erziehung „leisten“ soll und inwiefern dies gesellschaftlich wünschenswert ist. Mittels der Demonstration soll vor allem der legitime Kampf der streikenden pädagogischen Fachkräfte für bessere Löhne und höhere Anerkennung unbedingt unterstützt werden!

Termin für Lektürekurs

Bis zum Wochenende gibt es noch die Möglichkeit, an der Abstimmung zum diessemestrigen, wöchentlichen Termin unseres Lektürekurses teilzunehmen. Wer also Lust hat, kann unter unten aufgeführtem Link angeben, wann mensch Zeit hat. Wir machen weiter mit: Michel Foucault – Die Ordnung der Dinge, Kapitel 2.

Link zur Umfrage