Archiv für Dezember 2010

18.01. Vortrag: Renaissance der Revolte?

Die Linke.SDS Trier empfiehlt:

Zum Vortrag:

Prof. Dr. Frank Deppe geht in seinem Vortrag der Frage nach, ob wir es auch in Deutschland mit einer Renaissance der Revolte zu tun haben und diskutiert, welche Rolle der neu gegründete SDS heute wieder spielen kann.

Zum Hintergrund:

Der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) war eine der zentralen Gruppierungen in der Revolte von 1968. Proteste gegen den Vietnam-Krieg, die Notstandsgesetze und die Struktur der Hochschule mündeten in eine anti-autoritäre Revolte, die bis heute Einfluss auf die bundesdeutsche Gesellschaft hat. Doch es scheint, als sei die historische Flut von 1968 zur Jahrtausendwende ausgelaufen und eine neue Epoche politischer und wirtschaftsliberaler Restauration habe begonnen.

Die Demokratie wird entdemokratisiert, sie wird autoritärer, elitärer, ungleicher. Das bleibt nicht ohne Folgen. Es gibt neue Proteste, neuen zivilen Ungehorsam, neue Akteure. In Europa, vor allem in Frankreich, Griechenland, Portugal und jüngst in Großbritannien revoltieren die Menschen. Auch hier: Ob Proteste gegen Stuttgart 21, ziviler Ungehorsam gegen Castor-Transporte und Nazi-Aufmärsche oder die Bildungsstreiks – die Protest-Temperatur steigt auch in Deutschland wieder.

Zum Referenten:

Frank Deppe studierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und der Philipps-Universität in Marburg Soziologie, Politikwissenschaft und Nationalökonomie. Er war Mitglied des SDS sowie Mitglied im „Zentralen Ausschuss der Kampagne für Demokratie und Abrüstung“. 1967 gründete er das Sozialistische Zentrum mit. 1968 wurde Deppe bei Wolfgang Abendroth in Marburg mit einer Arbeit über Louis-Auguste Blanqui promoviert; 1972 habilitierte er sich.

Zwischen 1968 und 1972 war er Akademischer Rat am Institut für Politikwissenschaft der Universität Marburg. 1972 erhielt er einen Ruf auf den dortigen Lehrstuhl für Politikwissenschaft. Er war Vertrauensdozent der Hans-Böckler-Stiftung und Leiter der Forschungsgruppe Europäische Gemeinschaften (FEG) beim Institut für Politikwissenschaft. 2006 wurde er emeritiert. Er ist Mitglied der Partei Die Linke und im wissenschaftlichen Beirat von Attac.

Wer wir sind und was wir wollen

Wer wir sind:

Die Linke.SDS Trier setzt sich aus jungen, offenen und engagierten Studierenden zusammen. Wir sind Teil des 2007 gegründeten bundesweiten Verbandes Die Linke.SDS (Sozialistisch-Demokratischer Studierendenverband), stehen im kritischen Austausch mit der Partei DIE LINKE und wollen an die außerparlamentarische Tradition des SDS der 68er Bewegung anknüpfen.

Die Linke.SDS streitet für bessere Studienbedingungen an den Hochschulen und versteht dies als Teil einer umfassenden gesellschaftlichen Auseinandersetzung gegen den marktradikalen und antidemokratischen Umbau der Gesellschaft, gegen Sozialabbau, gegen Ausgrenzung und Diskriminierung aller Art, gegen Krieg und Umweltzerstörung.

Im Selbstverständnis heißt es: „Der Kapitalismus ist für uns nicht das Ende der Geschichte. Wir stehen ein für die Überwindung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung und stellen ihr unsere handlungsbestimmende Perspektive einer sozialistischen Gesellschaft entgegen.“

Was wir wollen:

In dieser sind heute sämtliche Lebensbereiche von ökonomischen Zwängen durchdrungen. Dem setzen wir unsere Idee gesellschaftlicher Verhältnisse entgegen, in der die Erfüllung der Bedürfnisse aller kein Widerspruch mehr zur Entfaltung eines jeden ist. Wir streben eine solidarische Gesellschaft an, in der soziale Gerechtigkeit, partizipative Demokratie, Antimilitarismus, ein harmonischer Umgang mit der Natur, Freiheit von kapitalistischen Produktionsverhältnissen und von sexueller Unterdrückung verwirklicht sind. Diese Prinzipien bestimmen unsere hochschulpolitischen Forderungen.

Wir sind:

- Für die Demokratisierung der Hochschulen und das allgemeinpolitische Mandat für alle Studierendenvertretungen
- Für kritische Wissenschaften
- Für ein selbstbestimmtes Studium, gegen die Verschulung der Lehre und für die langfristige Abschaffung des Bachelor-Master-Systems
- Für einen demokratischen und freien Zugang zu Bildung, die damit als Wert an sich begriffen wird
- Für die Ausfinanzierung von Lehre und Forschung sowie gegen die Ökonomisierung der Bildung unter anderem durch den Zwang zur Drittmitteleinwerbung
- Für eine Stärkung der Einheit von Forschung und Lehre

Was wir machen:

Wir organisieren Bildungs- und Diskussionsveranstaltungen, die unter anderem Erscheinungsformen des Kapitalismus, Antimilitarismus und kritische Wissenschaften thematisieren. Damit wollen wir alternative Perspektiven auf strukturelle gesellschaftliche Widersprüche und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Da sich die Theorie an der Praxis messen lassen muss, mobilisieren und beteiligen wir uns an Demonstrationen, stehen im bundesweiten Austausch mit anderen gesellschafts- und globalisierungskritischen Organisationen und arbeiten mit sozialen, antifaschistischen, außerparlamentarischen Bewegungen sowie mit den Gewerkschaften zusammen. Weiterhin beteiligen wir uns an Sozial- und Bildungsprotesten und Antifa-Demonstrationen.

Selbstverständnis Die Linke.SDS

Satzung Die Linke.SDS

Kontakt

Gerne könnt ihr Kontakt mit uns aufzunehmen. Wir freuen uns immer über neue Mitstreiter_innen, Interessierte und Kommentare. Ihr erreicht uns über folgende Email-Adresse: sds.trier[at]googlemail.com. Aktuelle Infos zu Veranstaltungen und Termine zu nächsten Treffen findest Du auf Facebook (SDS Trier). Wir freuen uns auf Unterstützung!

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Christian Baron
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c/o AStA Uni Trier – B 15
Universität Trier
Universitätsring 12b
54286 Trier

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