Archiv für Juni 2011

05.07. Vortrag: Kritik – Wie geht das?

Huiskenvortrag

Die Jenny-Marx-Gesellschaft für politische Bildung e. V. und Katrin Werner (DIE LINKE, MdB) laden am Dienstag, 05. Juli 2011, um 18:15 Uhr in Raum A 8 der Universität Trier zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema „Kritik – Wie geht das?“ ein. Darin wird Freerk Huisken (emeritierter Professor für Politische Ökonomie des Ausbildungssektors an der Universität Bremen) der „Unsitte der konstruktiven Kritik“ nachgehen.

Es fehlt im demokratischen Zeitalter nicht an kritischen Stellungnahmen. Im Gegenteil, die Menschen kritisieren hier und heute immerzu. Rundfunk und Fernsehen, „Spiegel“ und „Bild“, die freie Wissenschaft und die konkurrierenden Parteien, Schüler und Studierende, der Stammtisch und die Thekenmannschaft – alle nehmen dabei nicht nur stolz ein hierzulande eingerichtetes Recht war; sie machen es sich geradezu zur Pflicht, kritisch zu sein und so ziemlich an allem etwas auszusetzen, was ihren Alltag tangiert und in der ‚großen Politik‘ passiert.

Und niemand stört sich daran, dass Kritik zu einer Haltung erklärt wird, die zum mündigen Staatsbürger dazu gehört. Für die wird er im übrigen in der Schule zur Kritikfähigkeit erzogen. Das alles gilt als fürchterlich lobenswert. Dabei stellt sich schon die Frage, was denn von Kritik zu halten ist, die sich gar nicht mehr aus der Kritikwürdigkeit des Gegenstands begründet, auf den sich der kritische Geist richtet, sondern aus der kritischen Einstellung, die man sich zugelegt hat. Und ob es wirklich für eine Gesellschaft spricht, wenn ihre Bürger von morgens bis abends an ihr herumnörgeln und -meckern, ist auch zu bezweifeln.

Dabei scheint Kritik ein schwieriges Geschäft zu sein. Denn mit der Allgegenwart kritischer Einstellungen ist die begründete Ablehnung einer Sache – jenes theoretische Handwerk, das den Namen „Kritik“ wirklich verdient – so gut wie ausgestorben. An ihre Stelle tritt der affirmative Brauch, Gott und die Welt mit Verbesserungsvorschlägen zu überschütten: Rechte, linke und ganz normale Bürger üben sich in der Disziplin der konstruktiven Kritik, ganz als ob es logisch und zwingend wäre, dass aus Einwänden niemals die Ablehnung des Kritisierten, sondern stets dessen Vervollkommnung zu folgen hat.

An allem, woran kritisch denkende Zeitgenossen Anstoß nehmen, wollen sie dann hilfreich mitwirken: Die Medien kritisieren das Ungeschick unserer Kriegsminister beim Führen asymmetrischer Kriege, oder die Unfähigkeit der Sozialpolitiker, die Lage der Armen zu verbessern, auch wenn die das gar nicht vorhaben. Studenten beschweren sich über das Versagen der Bildungspolitik. Journalisten, Gewerkschafter und oppositionelle Politiker beteiligen sich in kritischer Solidarität an den „Problemen“ des Staatshaushalts und der Krisenbewältigung – um ausgerechnet beim Wetter, wo es nun wirklich nichts zu kritisieren gibt, hemmungslos kritisch zu werden. So beherrscht Kritik jeden demokratischen Dialog. Aber wie sie geht, wissen die Bürger nicht. Und irgendetwas müssen sie falsch machen, wenn ihre Kritik regelmäßig wieder bei der Bekräftigung des Kritisierten landet.

Zur Person: Freerk Huisken, Jahrgang 1941, Pädagogikstudium in Oldenburg, Tätigkeit als Lehrer bis 1967, dann zweites Studium Pädagogik, Politik und Psychologie in Erlangen-Nürnberg, 1971 Promotion. Seit 1971 Professur an der Universität Bremen für Politische Ökonomie des Ausbildungssektors. Seit März 2006 ist er offiziell im Ruhestand. ein. Darin wird Freerk Huisken (emeritierter Professor für Politische Ökonomie des Ausbildungssektors an der Universität Bremen) der

Filmvorführung: „Rosa Luxemburg“

Am Donnerstag, den 30. Juni 2011, zeigt Die Linke.SDS Trier um 18:00 Uhr im Infoladen Trier den Film „Rosa Luxemburg“ von Margarethe von Trotta.

Rosa Luxemburg (1871-1919) gilt bis heute als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der europäischen Arbeiterbewegung. Als führende Theoretikerin setzt sie sich in ihren Schriften erbittert mit dem Reformismus in der Sozialdemokratie auseinander. Mit ihrer bedingungslosen Haltung zum Krieg provoziert sie 1914 zusammen mit Liebknecht, Mehring, Zetkin u. a. die Spaltung der SPD.

Wegen ihrer Aufrufe zur Befehlsverweigerung wird sie ab 1914 die meiste Zeit im Gefängnis verbringen. Im November 1918, gerade aus dem Gefängnis entlassen, erlebt sie in Berlin die Ausrufung der Räterepublik. Am 5. Januar beginnt der „Spartakusaufstand“ – nach einer Woche von der Reichswehr blutig niedergeschlagen. Luxemburg wurde am 15. Januar 1919 von einem Freikorps erschossen.

In ihrer behutsamen Filmbiografie (1986) nähert sich Margarethe von Trotta vor allem den persönlichen inneren Beweggründen des politischen Handelns der großen Revolutionärin. Einfühlsam in Inszenierung, Spiel und Fotografie, überzeugt der Film inhaltlich als Besinnung auf Zivilcourage, unbestechliche politische Moral und auf den Mut, neue Wege zu denken.

Filmvorführung: „Land and Freedom“

Am Dienstag, den 21. Juni 2011, zeigt „Die Linke.SDS“ um 20:00 Uhr im Infoladen Trier den Film „Land and Freedom“ von Ken Loach.

Zum Film: 1936. In der Anfangsphase des spanischen Bürgerkrieges verläßt David, ein arbeitloser junger Mann, seine Heimatstadt Liverpool, um gegen Francos Faschismus zu kämpfen. Er schließt sich einer Gruppe der revolutionären Miliz an und erlebt an der Front die Wirren des Krieges. Wegen einer Verletzung nach Barcelona zurückverlegt, fühlt sich David hin- und hergerissen zwischen seiner Loyalität zur kommunistischen Partei und seiner Liebe zur Milizionärin Blanca.