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Distanzierung vom „Friedenswinter“

Der SDS Trier distanziert sich hiermit eindeutig vom einstimmigen Beschluss des SDS-Bundesvorstandes, der am 29. Januar dazu aufgerufen hatte, den sogenannten „Friedenswinter“ zu unterstützen. Diese Bewegung setzt sich zu Teilen aus der ursprünglichen westdeutschen Friedensbewegung, zu anderen Teilen jedoch auch aus Akteuren der sogenannten „Mahnwachen“ zusammen. Die Organisatoren des „Friedenswinter“ distanzieren sich zwar in ihrem Selbstverständnis von jeder Form des Rechtsradikalismus, jedoch nicht von konkreten Akteuren wie Ken Jebsen oder Lars Mährholz. Damit gibt es innerhalb dieses Friedenswinter-Bündnis auch einen Teil, der sich stellenweise antisemitisch und rassistisch äußert und auf deutlich verkürzende Welterklärungen und Ressentiments zurückgreift. Für Frieden sollten wir uns als SDS einsetzen, aber wir müssen dies nicht innerhalb des Friedenswinter-Bündnisses tun. Aus dem Friedenswinter wird nicht allein dadurch, dass wir uns als SDS daran beteiligen, schon ein „gutes Projekt“. Das hängt von allen daran beteiligten Akteuren ab. Weil wir den teils antisemitischen, teils rassistischen, teils bloß verkürzenden Ressentiments und verschwörungstheoretischen Welterklärungen unter keinen Umständen Boden unter den Füßen bieten wollen, möchten wir uns hiermit, wie bereits einige weitere SDS Lokalgruppen (Rostock, Halle etc.) es getan haben, klar gegen eine Teilnahme an diesen Demonstrationen aussprechen.

Demo-Aufruf: Gegen deutschen Wirtschaftschauvinismus – Für eine selbstbestimmte griechische Demokratie!

Ein trierisches Bündnis aus SDS, Linksjugend ’solid, Jusos, Die Linke, Sozialistische Jugend Trier – Die Falken und dem Multikulturellem Zentrum ruft dazu auf, für eine selbstbestimmte griechische Demokratie und gegen (deutsche) Wirtschaftsinteressen auf Kosten der griechischen Bevölkerung am Sonntag, 25. Januar 2015, auf die Straße zu gehen. Wir treffen uns um 15 Uhr an der Porta Nigra und ziehen gemeinsam über den Hauptmarkt zum Viehmarkt.

Die am Sonntag stattfindenen Neuwahlen des griechischen Parlaments stellen nach Jahren der Sparpolitik und des Sozialabbaus bis hin zu einer humanitären Krise die Chance dar, einen grundsätzlichen Politikwechsel zu bewirken. Das linke Bündnis SYRIZA führt die aktuellen Wahlprognosen mit wenigen Prozentpunkten vor der liberal-konservativen Nea Demokratia an und könnte somit nach den Wahlen die Führung einer neuer Regierungskoalition übernehmen. SYRIZA fordert einen fünfzigprozentigen Schuldenschnitt für Griechenland, da die Staatsverschuldung trotz erheblicher Einsparungen der letzten Jahre von 120% auf 180% weiter angestiegen ist. Statt einer Verringerung der Staatsschulden folgte aus dem Sparprogramm eine erhebliche Verschlechterung der sozialen Lage vieler Menschen in Griechenland, beispielsweise in Form höherer Arbeitslosigkeit, eines zusammenbrechenden Gesundheitssystems, einer Verdopplung der Selbstmordrate und deutlich gekürzter Löhne. Dass SYRIZA gegen diese und weitere soziale Notstände politisch vorgehen möchte, indem es den bisherigen Sparkurs beendet, stößt nicht zuletzt in Deutschland auf Widerstand (Wolfgang Schäuble: „Wenn Griechenland einen anderen Weg einschlägt, wird es schwierig.“). Weitgehend ignoriert wird dabei jedoch die Tatsache, dass Deutschland mindestens mitverantwortlich für den ausbleibenden wirtschaftlichen Aufschwung als auch die daraus resultierenden sozialen Folgen in Griechenland ist. Statt einer kritischen Reflexion der Rolle Deutschlands sowie der Troika (Jean-Claude Juncker: „Die Griechen wissen sehr genau, was ein falsches Wahlergebnis für Griechenland und die Euro-Zone bedeuten würde.“), bedienen Bild-Zeitung und Co. weiterhin nationalistische Argumentationslinien (Bild-Online: „Wie teuer wird das Griechen-Chaos für uns?“).

Wir möchten uns gegen nationalistische Tendenzen und aufgezwungene Sparpolitik wehren. Gleichermaßen setzen wir uns für eine selbstbestimmte griechische Demokratie ein. Wir solidarisieren uns mit SYRIZA und sprechen uns zudem für eine sozialistische Perspektive in Europa aus.

Neues vom Lektürekurs

Morgen geht es endlich mit unserem Lektürekurs weiter. Wir werden „Finanzmarktkapitalismus“ von Windolf beenden und darüber abstimmen, was als nächstes gelesen werden soll. Folgende drei Vorschläge stehen zur Wahl:

a) Michel Foucault – Die Ordnung der Dinge
b) Alex Demirovic – Gegen den Neoliberalismus andenken
c) Eric Hobsbawm – Nationen und Nationalismus: Mythos und Realität seit 1780

Kommt vorbei, um mit zu entscheiden (18 Uhr c.t., C1)!

Die Krise politischer Repräsentation

Hallo alle,

für die, die es noch nicht mitbekommen haben, sei jetzt noch mal erwähnt: Kommenden Donnerstag (20.11., 18 Uhr, Raum B22 an der Uni) findet der erste Vortrag unserer Reihe über „Politikverdrossenheit“ statt mit dem Titel „Die Krise politischer Repräsentation“. Gehalten wird er vom Trierer Politikwissenschaftler Prof. Dr. Winfried Thaa. Nach einer kurzen Analyse der Krisenhaftigkeit politischer Repräsentation, wird Herr Thaa dann versuchen, einen positiven Begriff von Repräsentation einzuführen. Anschließend darf natürlich diskutiert werden.

Wir freuen Uns auf Euch!

Lektürekurs WS 14/15

Ab kommenden Donnerstag, den 30.10.2014, wird in Raum C1 (an der Uni) jede Woche ab 18 Uhr (c.t.) unser neuer SDS-Lektürekurs stattfinden. Wir werden uns zunächst dem Text „Empört Euch!“ von Stéphane Hessel widmen und dann gemeinsam beschließen, was im Anschluss daran gelesen werden soll.

Jede(r) ist herzlich dazu eingeladen, am Donnerstag vorbei zu kommen und mit uns zusammen zu lesen, zu diskutieren und sich gemeinsam weiter zu bilden!