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GENDER DISCRIMINATION IS FOR PUSSIES!

Kleine Filmreihe zu Frauenbildern, die aus der Rolle fallen

Sexobjekt, schmückendes Beiwerk oder Heimchen am Herd: Was die Filmindustrie an weiblichen Rollenbildern anbietet, bewegt sich oft in anti-emanzipatorischen Klischees. Vom Bondgirl bis zu den wandelnden Kleiderständern der „Sex and the City“-Protagonistinnen – nach feministischen Identifikationsfiguren suchen die Zuschauer_innen meist vergeblich. Umso deutlicher heben sich deshalb jene Rollen ab, die sich im Verlauf der Filmgeschichte den klassischen Zuschreibungen von Unterordnung, Schwäche und Passivität widersetzt haben. Der SDS Trier zeigt in einer kleinen Wohnzimmerkino-Reihe drei Filme, deren Protagonistinnen in unterschiedlicher Hinsicht mit den Rollenerwartungen brechen:

13. Juni, 20:00 Uhr: Die Ehe der Maria Braun
(Regie: Rainer Werner Fassbinder. BRD, 1979)

20. Juni, 20:00 Uhr: Norma Rae – Eine Frau steht ihren Mann
(Regie: Martin Ritt. USA, 1979)

27. Juni, 20:00 Uhr: Buffy – Im Bann der Dämonen
(Regie: Joss Whedon. USA, 1997)

Nach einer kurzen Einführung wollen wir gemeinsam mit euch die Filme ansehen und anschließend darüber diskutieren. Wie werden die Frauen und ihr Alltag gezeichnet, welchen Platz nehmen sie in ihrer Gesellschaft ein, für welche Rechte kämpfen sie? Denn wer über Geschlechterrollen spricht, thematisiert immer auch die Gesellschaft, in der sie stattfinden. Ebenso bilden Filme gesellschaftliche Normen nicht nur ab, sondern tragen auch aktiv zu ihrer Entstehung und Reproduktion bei. Die Abende sollen Anknüpfungspunkte für eine kritische Filmbetrachtung bieten und verdeutlichen, wo die Schnittmengen von Feminismus und Kapitalismuskritik liegen.
Weitere Informationen und der Veranstaltungsort unter sds.trier@googlemail.com.
Wir freuen uns auf dich!

18.01. Vortrag: Renaissance der Revolte?

Die Linke.SDS Trier empfiehlt:

Zum Vortrag:

Prof. Dr. Frank Deppe geht in seinem Vortrag der Frage nach, ob wir es auch in Deutschland mit einer Renaissance der Revolte zu tun haben und diskutiert, welche Rolle der neu gegründete SDS heute wieder spielen kann.

Zum Hintergrund:

Der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) war eine der zentralen Gruppierungen in der Revolte von 1968. Proteste gegen den Vietnam-Krieg, die Notstandsgesetze und die Struktur der Hochschule mündeten in eine anti-autoritäre Revolte, die bis heute Einfluss auf die bundesdeutsche Gesellschaft hat. Doch es scheint, als sei die historische Flut von 1968 zur Jahrtausendwende ausgelaufen und eine neue Epoche politischer und wirtschaftsliberaler Restauration habe begonnen.

Die Demokratie wird entdemokratisiert, sie wird autoritärer, elitärer, ungleicher. Das bleibt nicht ohne Folgen. Es gibt neue Proteste, neuen zivilen Ungehorsam, neue Akteure. In Europa, vor allem in Frankreich, Griechenland, Portugal und jüngst in Großbritannien revoltieren die Menschen. Auch hier: Ob Proteste gegen Stuttgart 21, ziviler Ungehorsam gegen Castor-Transporte und Nazi-Aufmärsche oder die Bildungsstreiks – die Protest-Temperatur steigt auch in Deutschland wieder.

Zum Referenten:

Frank Deppe studierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und der Philipps-Universität in Marburg Soziologie, Politikwissenschaft und Nationalökonomie. Er war Mitglied des SDS sowie Mitglied im „Zentralen Ausschuss der Kampagne für Demokratie und Abrüstung“. 1967 gründete er das Sozialistische Zentrum mit. 1968 wurde Deppe bei Wolfgang Abendroth in Marburg mit einer Arbeit über Louis-Auguste Blanqui promoviert; 1972 habilitierte er sich.

Zwischen 1968 und 1972 war er Akademischer Rat am Institut für Politikwissenschaft der Universität Marburg. 1972 erhielt er einen Ruf auf den dortigen Lehrstuhl für Politikwissenschaft. Er war Vertrauensdozent der Hans-Böckler-Stiftung und Leiter der Forschungsgruppe Europäische Gemeinschaften (FEG) beim Institut für Politikwissenschaft. 2006 wurde er emeritiert. Er ist Mitglied der Partei Die Linke und im wissenschaftlichen Beirat von Attac.